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Gezielte Vorbereitung auf den Übertritt

Was Eltern und Schüler in der 4. Klasse tun können 

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Die gesamte Übertrittsphase erstreckt sich auf die Jahrgangsstufen 3 bis 5, wobei in dieser Zeit besonderer Wert auf Beratung und individuelle Förderung hinsichtlich des Schulwechsels gelegt wird. Das Kerngeschehen konzentriert sich aber auf die 4. Klasse. Für alle, die den Übertritt an die Realschule oder das Gymnasium beabsichtigen, ist es ratsam, gleich von Beginn des 4. Schuljahres an konsequent auf dieses Ziel hin zu arbeiten und die Noten der Hauptfächer genau im Auge zu behalten.
   
   
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    Zusätzliches Pauken im Übertrittsjahr?
 

Natürlich gibt es Kinder, die es ihren Eltern leicht machen und sie mit konstant guten Noten verwöhnen – in diesen Fällen werden sich auch die gewünschten Übertrittsnoten ohne zusätzlichen Kraftaufwand einstellen.

Viele Schüler unterliegen jedoch  größeren oder kleineren Leistungsschwankungen und so kann es passieren, dass Kinder, von denen man es nicht erwartet hätte, auf Grund eines „Ausrutschers“ knapp das Übertrittsziel verfehlen und doch noch am Probeunterricht teilnehmen müssen.

Außerdem ist es bei vielen Eltern schon zur Selbstverständlichkeit geworden, im Übertrittsjahr alle Register zu ziehen - mit dem Ergebnis, dass sich der Wettbewerb um gute Noten weiter verschärft hat.

Falls Ihr Kind also kein „eindeutiger Fall“ ist (Jahreszeugnis 3. Klasse heranziehen, Klassenleiter befragen), sollten Sie während des 4. Schuljahres durchgehend am Ball bleiben, um die Rahmenbedingungen für den geplanten Übertritt so günstig wie möglich zu gestalten.

Die Kehrseite einer starken zusätzlichen Förderung soll nicht verschwiegen werden: 
Das Übertrittszeugnis spiegelt in diesem Fall nicht das wirkliche Leistungsvermögen Ihres Kindes wider und verleitet Sie womöglich zur Wahl der falschen Schulart.

 
    Ein offenes Wort mit dem Klassenlehrer
 

Nehmen Sie spätestens Anfang des 4. Schuljahres mit dem Klassenleiter Kontakt auf und sprechen Sie die Übertrittsabsicht ruhig schon zu diesem Zeitpunkt an – auch wenn Sie vielleicht zu hören bekommen, dass man erst im Januar mit Erscheinen des Zwischenberichts genaueres sagen kann (was natürlich richtig ist).
In jedem Fall wird der Klassenlehrer, sobald er Ihr Bestreben kennt, das Kind genauer beobachten und kann Sie eventuell auf Lernschwierigkeiten oder notwendige Fördermaßnahmen aufmerksam machen.
Eine gewisse psychologische Wirkung mit positiver Erwartungshaltung an den Schüler könnte von Ihrem Besuch ebenfalls ausgehen – auch Lehrer sind nur Menschen!

 
    Vorbereitung auf Probearbeiten
 

Um Leistungsdruck von den Kindern zu nehmen, werden Probearbeiten in der vierten Jahrgangsstufe etwa eine Woche vor Durchführung angekündigt. Ebenso werden Ihnen für jedes Fach Zeiträume genannt, die frei von schriftlichen Leistungserhebungen sind. In Mathematik und HSU müssen Sie mit etwa fünf benoteten Arbeiten im Schuljahr rechnen, im Fach Deutsch sind es dem Stoff entsprechend mehr.

Es wäre ein Fehler, in der Zeit zwischen den Probearbeiten die Zügel schleifen zu lassen und erst nach Bekanntgabe eines Termins aktiv zu werden, um den Lernstoff zu sichern. 
Regelmäßige unterrichtsbegleitende Wiederholungsarbeit – möglichst mehrmals pro Woche durchgeführt – gewährleistet den besten Lernerfolg und erspart Ihrem Kind unnötige Prüfungshysterie. 

Häufig gehen Kinder im Grundschulalter bei Probearbeiten nicht effektiv mit der  Arbeitszeit um: Sobald alle Aufgaben einmal durchgearbeitet sind, wird das Blatt zur Seite gelegt und bis zur Abgabe nicht mehr beachtet - obwohl sich in den Arbeiten noch Flüchtigkeitsfehler befinden, die die Schüler selbst berichtigen könnten.

  • Gewöhnen Sie also Ihr Kind schon beim Hausaufgabenmachen daran, nach Abschluss der Arbeit nochmals alles aufmerksam durchzulesen.

  • Üben Sie mit Ihrem Kind Techniken der Fehlerkontrolle (zum Beispiel die "Probe" bei schriftlichen Rechenverfahren  - oder die Überprüfung grundlegender Rechtschreibregeln)

Eigentlich selbstverständlich: Gute Mitarbeit im Unterricht und sorgfältig gemachte Hausaufgaben sind eine solide Vorbereitung auf jede Probearbeit.

 
    Deutsch
 

Einen wichtigen Bestandteil der Deutschnote bildet in der 4. Klasse das selbstständige  Verfassen von Texten. Das erlebnisbetonte Erzählen ist dabei eine häufige Themenstellung: Eine Geschichte - wahr oder erfunden - soll spannend und sprachlich abwechslungsreich aufgeschrieben werden (typische Beispiele sind die Bildgeschichte, die Reizwortgeschichte oder die Fortsetzungsgeschichte). Es werden von den Schülern aber auch Sachtexte verlangt, bei denen es auf genaue und folgerichtige Darstellung ankommt (Beispiel: Beschreibung eines Versuchsablaufs aus dem HS-Unterricht). 
Versuchen Sie, Ihr Kind in der Freizeit zum Lesen von Büchern zum motivieren, um Wortschatz, sprachlichen Ausdruck und erzählerische Fantasie zu fördern.

Die Rechtschreibleistungen Ihres Kindes fließen über separate Tests (Lückentexte, Fehlertexte, Wortdiktate) in die Deutschnote mit ein. Falls zusätzlicher Übungsbedarf besteht, empfiehlt es sich, durch tägliches Diktieren zunächst den "Grundwortschatz" zu sichern. Diese im Lehrplan verankerte Wörterliste finden Sie meist hinten im Sprachbuch bzw. Deutsch-Arbeitsheft. 

Erfolgversprechend ist auch die Anlage eines Kateikästchens mit Wörtern, die in den Heften als falsch geschrieben aufgefallen sind. Auf jeder Karte steht ein Wort und dieses wird stets nach dem Diktieren neu eingeordnet: Richtig geschriebene Wörter wandern im Kasten nach hinten, falsch geschriebene kommen nach vorne und werden bald wieder diktiert.

   Sonderfall: "Lese-Rechtschreib-Schwäche"
  • Wenn Ihr Kind im Rechtschreiben und Lesen auffällig hinter seinen sonstigen sprachlichen Fähigkeiten zurückliegt, sollten Sie es vom Beratungslehrer testen lassen.

  • Bei anerkannter Lese-Rechtschreib-Schwäche ("LRS") oder Legasthenie wird in der Notengebung und im Übertrittsverfahren besondere Rücksicht genommen.

  • Mehr dazu im Abschnitt Übertreten mit LRS

Auch der Bereich Sprachbetrachtung („Sprachlehre“) hat Einfluss auf die Deutschnote. Die Kenntnisse über Wortarten, Wortbildung, Zeiten, Fälle und Satzglieder sollten im Hinblick auf den Übertritt regelmäßig aufgefrischt werden, was der normale Unterricht nicht immer leisten kann. Falls Sie Ihr eigenes Schulwissen nicht mehr parat haben, müssen Sie sich bei der gemeinsamen Wiederholung an das Sprachbuch oder an einschlägige (gekaufte) Arbeitshefte halten. 
Hinweis: Viele Sprachbücher enthalten auf den letzten Seiten recht hilfreiche Zusammenfassungen und Übersichten. Eine Übungsmöglichkeit finden Sie auch im Abschnitt Aufgaben Deutsch.

Für alle Fachgebiete des Deutschunterrichts gibt es im Buchhandel zusätzliches Übungsmaterial. Bei der Durcharbeitung ist die Anleitung eines Erwachsenen empfehlenswert.

 
    Mathematik
 

Um versteckte Leistungsbremsen von vorne herein auszuschließen, sollten Fördermaßnahmen in Mathematik bei den Grundlagen beginnen:

1. Stellen Sie sicher, dass Ihr Kind das Einmaleins fehlerlos beherrscht. Auch Umkehr- und Tauschaufgaben müssen geläufig sein (  72 : 9 = ?   bzw.   9 x ? = 72  ).

2. Schriftliche Rechenverfahren brauchen, sobald sie im Unterricht eingeführt sind, ständige Übung. Kontrollieren Sie in Abständen die Fertigkeit im Schriftlichen Zusammenzählen, Wegnehmen, Malnehmen und Teilen (auch mit Rest). Techniken zur Selbstkontrolle, die schriftliche „Probe“, sind sinnvoll.

3. Der Umgang mit Größen ( km, m, dm, cm, mm  /  hl, l  /  t, kg, g  /  Euro, Cent  /  Std., Min., Sek. / Tag, Woche, Monat, Jahr ) kann in kleinen Umrechnungsaufgaben geübt werden.

4. Nun können Sie sich der eigentlichen Herausforderung für überdurchschnittliche Schüler, den Text- oder Sachaufgaben widmen. Dieser Aufgabentyp stellt in den meisten Probearbeiten wie auch im Übertritts-Probeunterricht die größte Schwierigkeit dar und entscheidet über Note 1 und 2.

Eine Übungsmöglichkeit (mit hohen Anforderungen) finden Sie auch im Abschnitt Prüfungsaufgaben.

 
    Heimat- u. Sachunterricht
 

Es ist ein offenes Geheimnis, dass sich im Fach Heimat- und Sachunterricht am leichtesten gute Noten holen lassen – eine Chance, die man nicht verpassen darf, wenn man den Übertritt vor hat und ihn seinem Kind so leicht wie möglich machen möchte. Weder in Deutsch noch in Mathematik schlägt sich gezielt eingesetzter Fleiß und elterliche Unterstützung so wirkungsvoll in guten Noten nieder.

   Notenbeispiel für den Übertritt:
Deutsch:              Mathematik:     
Heimat- u. Sachunterr.:
3
3
1
Ergibt Notendurchschnitt 2,33:
Direkter Übertritt an Realschule und Gymnasium - ohne Probeunterricht
Mehr dazu im Abschnitt Noten und Zeugnis

Bedenken Sie aber, dass Realschule und Gymnasium auch in Deutsch und Mathematik überdurchschnittliche Begabung verlangen. Ein „erschlichener“ Übertritt würde langfristig niemandem Freude machen.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, wiederholt mit seinem Kind regelmäßig die Arbeitsblätter und Einträge zum gerade aktuellen Stoffgebiet (Inhalte abfragen, Aufzählungen wiedergeben und Skizzen beschriften lassen, dazwischen Denkaufgaben stellen). 
Es ist aber auch mit Fragen zu rechnen, die sich auf nur mündlich behandelten Stoff beziehen, oder mit etwas schwierigeren Transfer-Fragen ("Denkfragen"). Generell haben Kinder, die gerne Sachbücher lesen, in diesem Fach oft einen vorteilhaften Wissenshintergrund.

Auf Rechtschreibfehler kommt es in den Probearbeiten nicht an, so lange der Sinn eindeutig verständlich ist – Ausnahme: Fachausdrücke müssen fehlerlos geschrieben werden.

 
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